Prächtige Kirchen, Königsschlösser, das prunkvolle Rathaus, Palais aus dem 18. Jh., reich verzierte Jugendstilhäuser, das funkelnde Atomium und glitzernde EU-Repräsentationsbauten - Brüssel bedeutet Abwechslung und Vielfalt. Das beweisen besonders die quartiers, in die sich die ausgedehnte, grüne Stadt unterteilt. Ob elegant oder studentisch, trendig oder volkstümlich, kosmopolitisch, très bohème oder von allem etwas: Jedes Viertel führt ein ausgeprägtes Eigenleben. Das lässt sich am besten beim Flanieren oder in den Cafés und Restaurants beobachten, die es in der Gourmethochburg Brüssel besonders zahlreich gibt.
Brüssel: Täglich werden aus der Hauptstadt neue Nachrichten von EU und Nato gesendet. Den Hintergrund bilden Gebäude im Allerweltsstil, die zu der dürren Sprache der Bürokraten und Militärs passen. Doch das Brüssel der Diplomaten und Verbandsvertreter, Journalisten und Lobbyisten ist nur eine Facette von vielen und im Brüsseler Alltag recht unwichtig. Gewiss gehen die immigrés de luxe, wie die Brüsseler sie mit ihrer zwanzé, der typischen Ironie, nennen, in die Oper und in Museen, leben zahlreiche Luxusboutiquen und Gourmetrestaurants von ihnen. Aber viele wohnen abgesondert in den Villenvororten. Dort liegen ihre Schulen, Kirchen und Klubs.
Dabei ist Brüssel eigentlich mehr als cool: bunt und quirlig, voller Brüche und Widersprüche, aberwitzig und hintergründig, chaotisch und surrealistisch - eine Metropole des 21. Jhs. eben. Hier nimmt die postmoderne Zukunft Gestalt an, unbekümmert eklektisch, komplexlos multikulturell, voll abenteuerlicher Mischungen und von explosiver Kreativität.
Ein Fahrrad, ein Königreich und der Rest der Welt (1996): Der skurrile, tragikomische Roman von Pierre Mertens dreht sich um König Leopold III., dessen Sohn Baudouin und die Helden des Radsports.
Von verschwiegenem Unrecht (1999): Xavier Hanotte ersann Barthélémy Dussert, Inspektor bei der Brüsseler Kripo. Hier deckt er die Ermordung eines revisionistischen Historikers aus Heidelberg auf.
Böses Mädchen (2003): Über eine komplizierte Frauenfreundschaft an Brüssels Freier Universität schreibt die belgische Kultautorin Amélie Nothomb.
Das Kind von Noah (2004): Frankreichs Starautor Eric-Emmanuel Schmitt setzt dem belgischen Widerstand ein Denkmal.
Der Start („Le Départ“, 1967): Ein Friseurlehrling nimmt mit dem Porsche seines Chefs an einer Rallye teil. Jerzy Skolimowskis Film wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.
Far West (1973): Jacques Brel, der hier auch Regie führt, begibt sich als Cowboy auf einen Streifzug durch seine Heimatstadt.
Demain on déménage (2004): Die belgische Kultregisseurin Chantal Akerman schildert eine Mutter-Tochter-Beziehung vor dem Hintergrund des Holocausts.
Nue propriété (2006): Der zweite Film des belgischen Regisseurs und Shootingstars Joachim Lafosse spielt im Trendviertel Place Georges Brugmann, wo zwei Brüder ihre Jugend verbringen.
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