Pekings beliebtester Park war einst kaiserlicher Lustgarten. Sein Wahrzeichen ist die weiße Flaschenpagode; sie wurde 1651 zu Ehren des Dalai Lama errichtet. Der 68 ha große See lockt zum Bootfahren und im Winter zum Schlittschuhlaufen. Besonders schön: der Fünfdrachenpavillon am Nordwestufer. Eintritt 5 Yuan
Von den einst sechs kaiserlichen Altären ist dies der größte und bedeutendste. Das Areal ist mehr als doppelt so groß ist wie der Kaiserpalast. Die Anlage entstand um 1420 und erhielt ihr heutiges Aussehen im 16. Jh. Drei Gestaltungsmerkmale sind bestimmend: Der Kreis ist die Form des Himmelsrunds, das Blau seine Farbe, und die Zahl Drei steht für seine männliche yang-Qualität.
Die Opferterrasse im Süden ist kreisrund und dreifach gestuft. Die Zahl der Marmorplatten in den konzentrischen Ringen beträgt stets ein Vielfaches von drei. Hier brachte der Kaiser in der längsten Nacht des Jahres stellvertretend für die Menschenwelt ein aufwendiges Tieropfer dar.
Wem dieses Opfer galt, erfährt man in der nördlich gelegenen kreisrunden Halle des „Kaiserlichen Himmelsgewölbes“: Die dort verwahrten „Geistertafeln“ des Himmels, der Sterne, des Wetters und der Amtsvorgänger wurden zum Opfer hervorgeholt. Ein aus weißem Marmor erbauter Dammweg führt nach Norden zur Halle des Erntegebets, dem wohl vollkommensten Bau klassischer chinesischer Architektur. Er ist rund, steht auf einer dreifachen Terrasse und trägt ein dreifaches blaues Dach. Im Inneren symbolisieren die vier innersten Säulen die Jahreszeiten, der innere Ring von zwölf Säulen steht für die Monate, der äußere für die zwölf Doppelstunden des Tages.
Tgl. | Eintritt 35 Yuan
Mitten in Peking, doch durch eine mächtige Mauer und einen breiten Wassergraben abgeschirmt, liegt die einstige Verbotene Stadt. Unter kaisergelb glasierten Dächern wohnte hier der Himmelssohn mit der Kaiserin, mit Konkubinen, Zofen und Eunuchen - insgesamt einige Tausend Personen. Die Anlage entstand von 1406 bis 1420. Zwar wurden viele Gebäude später erneuert, doch blieb der Stil der Ming-Zeit bis heute gewahrt.
Durch das südliche Haupttor Wu Men und ein weiteres Tor gelangen Sie zu den drei gewaltigen Thron- und Audienzhallen, dem baulichen Zentrum. Überall sind schmückende Drachen zu erkennen, Symbole des Kaisers.
Nach Norden hin folgen die Wohnbereiche. In der Mitte liegen wiederum drei Thronhallen; die erste war der Wohnpalast des Kaisers, die anderen dienten der Kaiserin. Die westlichen Palastteile veranschaulichen mit der erhaltenen Einrichtung, wie man damals wohnte - recht beengt und nicht sehr komfortabel.
In einigen anderen Hallen ist ein Teil der kaiserlichen Kunstschätze ausgestellt. Besonders schön ist der ganz im Osten gelegene „Palast des Altwerdens in Frieden“ (Ningshou Gong). Vor seinem Südtor passiert man eine prächtige Neun-Drachen-Mauer aus farbig glasierten Reliefziegeln. Im Ningshou Gong selbst befindet sich die Schatzkammer des Palastmuseums. Ein Tag reicht nicht, alles zu sehen. Besonders die kaiserlichen Kunst- und Kuriositätensammlungen lohnen einen zweiten Besuch.
Tgl. | Eintritt 60 Yuan, im Winter 40 Yuan
Pekings größtes Tempelkloster entstand 1744/45 als eine Art kaiserlicher Hofkirche. Lamaistische Mönche bewohnen und führen es. Die prächtige Ausstattung blieb vollständig erhalten.
Der 450 m lange Komplex zeigt den typischen Aufbau einer buddhistischen Weihestätte, jedoch in erweiterter Form. Nach Passieren zweier Höfe gelangen Sie in die Halle der Himmelskönige mit eindrucksvollen Figuren dieser vier Wächtergottheiten. Das Innere der folgenden Haupthalle beherrschen die goldenen Buddhas der Drei Zeitalter. Es folgt eine zweite Haupthalle mit drei weiteren Buddhas: dem des langen Lebens in der Mitte, flankiert vom Medizinbuddha und vom „Buddha des Löwengebrülls“, der den weltweit vernehmbaren Erweckungsruf der Lehre verkörpert. Als nächstes folgt die große Lehr- und Versammlungshalle. Sie ist mit Wandbildern ausgemalt. In ihrer Mitte steht eine 6 m hohe Statue des tibetischen Reformators Tsongkhapa. Der Abschluss der Anlage im Norden ist auch der Höhepunkt. Dort umgibt eine drei Etagen hohe Halle eine hölzerne Kolossalfigur des Maitreya-Bodhisattva. Der mächtige Sandelbaumstamm, aus dem sie in tibetischem Stil geschnitzt wurde, war eine Dankspende des 7. Dalai Lama an den Kaiser.
Zahllose weitere Schätze sind in den Seitenhallen ausgestellt. Das wohl schönste Kunstwerk ist ein hölzerner Altar mit einem predigenden Buddha in der östlichen Seitenhalle im letzten Hof. Tgl. 9-16.30 Uhr | Eintritt 25 Yuan
Die berühmt-berüchtigte Kaiserinwitwe Cixi war es, die sich die 1860 von Engländern und Franzosen verwüstete Anlage Ende des 19. Jhs. im eklektischen Stil ihrer Zeit als Alterssitz herrichten ließ. Dementsprechend dominieren im Bewuchs und im Gebäudeschmuck Symbole des langen Lebens und fortdauernder Lebenskraft: Kiefern, Kraniche, Winterkirsche, Bambus.
Der Osteingang führt auf die Audienzhalle zu. Nördlich davon liegt die einst größte Theaterbühne Chinas. Nach Westen schließen sich die Wohngebäude Cixis an. Von dort zieht sich der 728 m lange, mit Landschafts- und Romanszenen bemalte Wandelgang am Ufer des großen Kunming-Sees hin. An seinem Ende liegt die steinerne Attrappe eines Raddampfers. Viel intimer ist der Garten Xiequyuan im Nordosten des Areals. Dort blicken Pavillons auf einen idyllischen Lotosteich.
Tgl. | Eintritt 50 Yuan | nordwestlich der Stadt
Zum zehnjährigen Staatsjubiläum entstand 1959 ein monumentales städtebauliches Kontrastprogramm zur Kaiserzeit: der Tian'anmen-Platz als Ort für Jubelaufmärsche (er gilt als größter innerstädtischer Platz der Welt), die Volkskongresshalle (Chinas Parlament) im Westen sowie das Nationalmuseum im Osten. In der Mitte, genau auf Pekings Nord-Süd-Achse, erhebt sich die Gedenkstele der Volkshelden. Den nördlichen Abschluss des Platzes bildet das Tor des Himmlischen Friedens (Tian'an Men) aus dem Jahr 1417. Seit Mao hier 1949 die Gründung der Volksrepublik China verkündete, wurde es zum Staatssymbol. Vor ihm verläuft quer die „Straße des langen Friedens“ (Chang'an Jie), Pekings großer Ost-West-Boulevard. Im Süden des Platzes steht seit 1977 das Mao-Mausoleum. Der Platz ist jedoch nicht nur bauliches Zentrum des neuen China, sondern auch Sinnbild demokratischen Engagements. Schon 1919 demonstrierten vor dem Tian'an Men patriotische Studenten. Durch die Niederschlagung der Studentenbewegung im Juni 1989 wurde die Symbolkraft des Orts noch verstärkt.
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