Chinas Bühnenkunst ist das Singspiel, sei es mit lebendigen Darstellern wie bei der Pekingoper, sei es beim Puppen- oder beim Schattenspiel. Sprechtheater war im alten China unbekannt und kam erst im 20. Jh. auf.
Die Pekingoper - die Theaterform, die Ausländer am ehesten zu Gesicht bekommen - entstand erst um 1800. Die Mitwirkenden sind oftmals Sänger, Sprecher, Tänzer, Pantomimen und Akrobaten in einer Person. Das fehlende Bühnenbild fordert die Phantasie der Zuschauer heraus, auch werden nur wenige Requisiten verwendet. Und tastet sich jemand zum Beispiel bei hell erleuchteter Bühne mit ausgestreckten Armen voran, so weiß man: In Wahrheit herrscht gerade finstere Nacht. Arien, reich an Koloraturen, wechseln mit gesprochenen Dialogen und Monologen ab. Beachten Sie die Rollentypen: positive männliche Helden mit leichter Schminke (sheng), Frauenrollen (dan, zuweilen mit prunkvollem Kopfputz), Clowns und Narren (chou), die schon durch die weiße Nase lustig wirken, und die prachtvollen Schminkmaskenrollen (jing) für starke, aktive Temperamente (stets Männer, z.B. Generäle), die auch negativ sein können. Während das Optische jedem Theaterliebhaber spontan gefällt, haben westliche Zuhörer oftmals wenig Zugang zur Bühnenmusik. Doch das ist eine Frage der Hörgewohnheiten.
In der Provinz Guangdong wird nach wie vor die Kantonoper gepflegt. Puppentheater, einst die Bühnenkunst für die Dörfer, ist heute akut vom Aussterben bedroht. Jedoch haben alle traditionellen Theaterformen heute einen schweren Stand. Die Jugend geht nicht mehr hin, die Theater müssen ohne staatliche Subventionen auskommen. Oft wird das Programm auf ausländische Touristen zugeschnitten - mit viel Akrobatik und wenigen Dialogen, sodass ein recht einseitiges Bild der Bühnenkunst entsteht.
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