Der Name „Jin-Gedenktempel“ bezieht sich auf den Herzog des alten Lehnsstaats Jin. Das eigentliche Thema der daoistischen Anlage hat jedoch mehr mit dem Flüsschen gleichen Namens zu tun, das hier entspringt. Quellendes Wasser bedeutet unerschöpfliche Erneuerung, es ist Leben spendend wie der Schoß der Frau: Die Schwiegermutter einer jungen Bauersfrau neidete dieser die Zauberkraft, mit der sie ihren Wasserkübel nach Belieben füllen konnte, und missbrauchte den Zauber. Die resultierende Überschwemmung konnte die Tochter zwar unter Kontrolle bringen, indem sie sich auf den Kübel setzte, doch unter ihr heraus strömt hier seither unaufhaltsam der ergiebige „Quell ewiger Jugend“. Die Bauersfrau, die gerade beim Frisieren war, als das Unglück geschah, wird hinter dem Quellbecken im „Turm der Wassermutter“ verehrt, wo man sie auf ihrem Kübel sitzen sieht. Im Obergeschoss ist die Wassermutter mit acht Dienerinnen dargestellt. Figuren und Wandbilder stammen aus der Ming-Zeit.
Der kunsthistorische Schatz des Tempels sind jedoch die songzeitlichen Frauengestalten in der Haupthalle. Hier sitzt die „Heilige Mutter“ des Herzogs von Jin im Kreis von 43 Dienerinnen und Eunuchen. Die kolorierten Holzfiguren sind außergewöhnlich schön. Auch hier geht es um Weib und Wasser: Den Hintergrund der Heiligen Mutter bilden gemalte Wellen, und gleich vor der Halle liegt ein Teich, über den die kreuzförmige „fliegende Brücke“ führt. Einige mächtige Baumveteranen zeugen in anderer Weise von der Lebenskraft des Orts. Zum Eingang hin wachen vier songzeitliche „Eisenmänner“ über den Bezirk; am anderen Bachufer steht eine mit kunstvollen, farbigen Holzschnitzereien verzierte Theaterbühne. Tgl. 8-18 Uhr, im Winter 8.30-17 Uhr | Eintritt 70 Yuan | 25 km südwestlich der Stadt
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