Diese Fahrt, im Winter nicht praktikabel, ist etwas für Hartgesottene. Per Bahn fahren Sie von Xi'an nach Lanzhou, von dort per Bus nach Xiahe mit dem großen Labrang-Kloster. Dann wird es abenteuerlich: Per Bus geht es durch die Randgebiete Tibets. Die Herbergen sind schlicht, doch als Belohnung winken Naturwunder von unglaublicher Schönheit. Nach knapp zwei Wochen ab Xi'an erreichen Sie Chengdu. Länge der Tour: 1950 km
Der Anfang ist - sofern Sie sich früh genug um Bahntickets bemüht haben - am bequemsten, dazu noch schön und interessant: Etwa 470 km weit folgt der Zug dem Wei-Fluss. Sie blicken auf Dörfer, sehen Fähren über den ockerfarbenen Strom setzen und erheischen durch Seitentäler immer wieder Blicke auf schon recht hohe Berge. Sind Sie morgens gegen acht abgefahren, erreichen Sie gegen 15 Uhr Lanzhou. Hier können Sie im Lanzhou Feitian Hotel (95 Zi. | Zhangye Lu 29 | €) übernachten. Bleiben Sie einen Tag, um sich zeitig (!) die Fahrkarte für den Bus nach Xiahe zu besorgen, der frühmorgens vom Busbahnhof Süd abfährt.
Xiahe ist durch das Labrang-Kloster (Eintritt 40 Yuan | zweimal täglich englische Führung) berühmt, eines der sechs tibetischen Hauptklöster. Seit seiner Gründung (1709) wurde es immer weiter ausgebaut und bedeckt heute 40 ha. Im Kloster leben 1800 Mönche. Die Haupthalle brannte 1985 ab und wurde bis 1990 mit staatlichen Mitteln neu errichtet. Eine Besichtigung von Innenräumen ist nur mit Führung möglich. Beachten Sie den Rundweg mit den Gebetsmühlen. Eine gute Unterkunft an der Hauptstraße nahe dem Kloster ist das Overseas Tibetan Hotel (Huaqiao Fandian | Tel. 0941/7122642 | €).
Xiahe ist gut für zwei Tage Aufenthalt. Weiter geht es per Bus zunächst nach Hezuo und von dort zum nächsten Ziel: zur tibetischen Klosterstadt Dagcanglhamo (chinesisch: Langmusi). Der Ort an der Grenze zu Sichuan ist ideal für Reitausflüge. Außerhalb des Ortes ist die Himmelsbestattung zu beobachten (Leichname werden Aasvögeln zum Fraß gegeben). Hotel: Langmusi Binguan (Tel. 0941/6671086 | €). Es folgt eine 240-km-Etappe über Zoigê (Ruogai, dort umsteigen) nach Songpan, einer alten, ummauerten Kreisstadt (Sunriver Hotel | Tel. 0837/7239888 | €). Von hier fahren Busse nach Jiuzhaigou; nach Huanglong (77 km) organisiert man sich am besten mit mehreren ein Taxi.
Huanglong, „Gelber Drache“: So heißt eine gut 4 km lange Folge von Kalksinterterrassen in einem abgelegenen Hochgebirgstal nördlich von Songpan. Das kristallklare Wasser in den Teichen ist durch Bakterien und Algen mal giftgrün, mal gelb, mal blau oder weiß gefärbt. Holzstege führen über das bunte, gelb gerandete Geriesel hinweg, und an einem ockergelben Wasserfall beginnen Sie zu begreifen, woher der Ort seinen Namen hat: Von hier aus zieht sich eine 2,5 km lange und rund 100 m breite Travertinfläche bergan, die vollständig mit einer dünnen Schicht fließenden Wassers bedeckt ist und als Rücken eines gewaltigen gelben Wasserdrachens gelten könnte. Ein Stück oberhalb davon geht es weiter mit den bunten Teichterrassen. Seinen Höhepunkt erreicht das Farbspiel, zu dem im Herbst auch die Vegetation beiträgt, in den Fünffarbenteichen am oberen Ende des Besucherwegs. Eintritt 200 Yuan
Um nach Jiuzhaigou zu gelangen, kehren Sie zunächst nach Songpan zurück. Dieses Naturschutzgebiet, das ebenso wie Huanglong von der Unesco zum Weltnaturerbe erklärt wurde, grenzt zwar nördlich an das Gebiet von Huanglong an, ist von dort aus jedoch nicht direkt zu erreichen. Die Wunderwelt des „Neun-Dörfer-Tals“, das von Tibetern besiedelt ist, lässt sich hier nur andeuten. Das Areal ist so groß, dass Sie nicht alles ablaufen können und sich zwischendurch fahren lassen müssen. Denkwürdig sind vor allem die im fließenden Wasser stehenden Bäume und Sträucher und die schwimmenden Grasinseln des Duftgras-Sees, schön die Kalktuffdämme mit ihren Kaskaden, wo das Wasser unter den Holzstegen für die Besucher hindurchsprudelt, imposant die Wasserfälle, erstaunlich die Farbspiele, die es in mehreren Seen zu beobachten gibt. Mehr noch als im höher gelegenen Huanglong beglückt hier auch eine üppige Vegetation (staunenswert: die Flechtenvielfalt), und hier wie dort geht der Blick hinauf bis zu schneebedeckten Gipfeln. Eintritt 220 Yuan
Zwei Tage Aufenthalt, z.B. im guten Jiuzhai Resort Hotel (189 Zi. | Tel. 0837/7739913 | €€), sind mindestens nötig, um die Schönheiten zu genießen, besser sind drei Tage. Der weitere Weg nach Chengdu führt noch einmal durch großartige Bergszenerien und macht eventuell eine weitere Übernachtung nötig.
Für teures Geld können Sie diese Tour bequemer und mit weniger Zeitaufwand unternehmen: nämlich per Mietwagen mit Fahrer, vorher zu arrangieren über chinesische Reisebüros (z. B. CITS). Eine dreitägige Kurzversion Chengdu-Huanglong-Jiuzhaigou-Chengdu ist per Flugzeug möglich (buchbar bei den Reisebüros in Chengdu), allerdings entgeht einem dabei einiges an Landschaftserlebnis.
Besichtigungstipp: Das Gedränge meiden Sie in Huanglong, wenn Sie vor 9 Uhr kommen, in Jiuzhaigou auf den straßenfernen Pfaden.
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