Von Nanjing aus erkunden Sie auf dieser rund 100 km langen Tour Zhenjiang und Yangzhou, zwei Orte am alten Kaiserkanal, deren Gärten und Tempelklöster auf eine glanzvolle Vergangenheit verweisen. Drei bis vier Tage sollten Sie sich dafür Zeit nehmen.
Vom Hauptbahnhof in Nanjing geht es zunächst mit dem Zug durch eine angenehme Hügellandschaft, den Jangtse stets unsichtbar zur Linken. Nach 30 bis 40 Minuten ist die alte Garnisonsstadt Zhenjiang erreicht, in deren Nähe der Kaiserkanal den Jangtse kreuzt. Von fern grüßt das markanteste Bauwerk der Stadt, die Pagode Cishou Ta auf dem Goldenen Hügel. Das sie umgebende Kloster ist ebenso sehenswert wie die beiden anderen Hügel, die vom Fluss her das Weichbild der Stadt bestimmen: der Beigu Shan, in dessen Pavillons Tee mit Jangtse-Blick serviert wird, und der nur mit einer kleinen Fähre oder per Seilbahn zu erreichende Jiao Shan mit seinen Klosteranlagen und alten Steininschriften. Schlendern Sie auch durch die Altstadt: Östlich des Boxian-Parks finden Sie Kolonialbauten aus der Zeit um 1900. Für die Unterkunft empfiehlt sich das Zhenjiang Grand Hotel (185 Zi. | am Bahnhofsplatz | Tel. 0511/88980000 | Fax 85230145 | €).
Die Busse nach Yangzhou fahren vom Busbahnhof östlich des Bahnhofsplatzes ab. Höhepunkt der 30-km-Strecke ist die zweiteilige Runyang-Brücke über den Jangtse. Die Spannweite der Südbrücke beträgt 1490 m. Nach einer halben Stunde wird die ehemalige Handelsmetropole und Künstlerstadt Yangzhou erreicht, deren Salzhändler unermesslich reich waren. Jetzt empfiehlt sich ein Spaziergang durch die Gärten des Schmalen Westsees (eigentlich ein aufgegebener Abschnitt des Kanals). Besonders anmutig: die Fünf-Pavillon-Brücke, erbaut 1757 anlässlich einer kaiserlichen Visite. Die Weiße Pagode daneben ähnelt der im Pekinger Beihai-Park. Sie wurde der Legende nach aus Säcken voller Salz errichtet, von steinreichen Kaufleuten zur freudigen Überraschung des Kaisers über Nacht aufgetürmt. In der Altstadt sollten Sie zwei Literatengärten besuchen: den Garten des Herrn He (He Yuan) mit seinen alten Wohngebäuden und Wandelgängen sowie den Bambusgarten (Ge Yuan), dessen Pflanzen und künstliche Felsen raffiniert die vier Jahreszeiten symbolisieren.
Am nördlichen Stadtgraben zwischen Ge Yuan und dem wunderbaren Bonsaigarten im Süden des Schmalen Westsees lassen sich im Restaurant Yechun Huayuan (Tel. 0514/87368018 | €) Spezialitäten der Yangzhou-Küche genießen. Die Dimsum kommen in ganzen Menüs, das erspart einem die Qual der Wahl. Und wo wäre der in aller Welt bekannte Yangzhou-Bratreis zünftiger zu speisen als in Yangzhou selbst? Der Tipp zum Übernachten: das Yangzhou State Guesthouse (206 Zi. | Youyi Lu 48 | Tel. 0514/87809888 | Fax 87331674 | €€), das direkt am Park des Schmalen Westsees liegt.
Zurück nach Nanjing geht's mit dem Bus.
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