Was für ein Land!
China - Land der Wunder schon seit Marco Polo, Universum des Exotischen, nun als Werkbank der Welt wieder aufsteigend zu dem, was sein Name sagt, zum „Reich der Mitte“: Welches andere Land entfaltet ein solches Erwartungsspektrum? Der Welt schenkte es Seide, Porzellan, Tee und vieles mehr. Seine landschaftlichen Schönheiten sind so berühmt wie seine Paläste und Gärten. Vom Rande Sibiriens reicht es bis in die Tropen, von der Boomtown Shanghai bis zu den Achttausendern des Himalaya. Man muss es gesehen haben. Die Überraschungen aber, die es bereithält, werden auch nach der zehnten Chinareise kein Ende nehmen.
„Il Milione“ nannten die Venezianer ihren Landsmann, der so viel von einem reichen und prächtigen Land im Osten zu berichten hatte - einen Aufschneider also. Dabei war jener Marco Polo kein Phantast, sondern ein nüchterner Berichterstatter. 17 Jahre lang, von 1275 bis 1292, reiste er mit Vater und Onkel als Kaufmann durch das China des Mongolenreichs. Sein Name steht bis heute für ein Fernweh besonderer Art: für die Sehnsucht nach dem Reich der Mitte.
Wer von China spricht, redet von einem Kontinent. Seine nördlichste Stadt, Mohe in der Provinz Heilongjiang, liegt auf der Höhe von Berlin, die tropische Insel Hainan auf dem Breitengrad der Südsahara. Dazwischen erstreckt sich eine Fläche von 9,6 Mio. km². Selbst mit dem Flugzeug benötigt man fünf Stunden, um China von der östlichen zur westlichen Grenze zu durchqueren. Die längste Bahnfahrt, von Kanton nach Lhasa, geht über 4980 km und dauert 59 Stunden.
Bücher & Filme
Mein Weg verliert sich fern in weißen Wolken: eine Anthologie chinesischer Dichtkunst, herausgegeben von Günter Debon.
Zhuangzi: Unter Chinas alten Philosophen ist der taoistische Meister Zhuang der interessanteste (Reclam Band 18256).
Die Räuber vom Liang Schan Moor: Chinas berühmtester Räuberroman, verfasst im 13. Jh., wird noch heute gern gelesen.
Shanghai Baby: Aufsehen erregte Wei Hui mit ihrem freizügigen Bericht aus dem Liebesleben der neureichen Großstadtjugend.
Richter-Di-Romane: Voller historisch getreuer Details und spannend geschrieben sind die Kriminalromane von Robert van Gulik, die zur Tang-Zeit spielen.
Lebenserinnerungen: beleuchten die leidvolle Geschichte des 20. Jhs., zum Beispiel Wilde Schwäne (Jung Chang) und Mein Leben unter zwei Himmeln (Y. C. Kuan).
Der letzte Kaiser: Den wohl bekanntesten Kinofilm über China drehte Bernardo Bertolucci über das Schicksal von Puyi (1906-67).
Lebe wohl, meine Konkubine: Grandioses Filmepos über die Liebe auf der Pekingopernbühne und in den Wirren des 20. Jhs. (Regie: Chen Kaige).
Rote Laterne: Das Meisterwerk von Zhang Yimou spielt unter den Frauen eines Grundherrn.