Brasilien hat viele Gesichter: die Sinnlichkeit Rio de Janeiros, Brasílias Beton gewordener Traum von Modernität, die Magie Salvadors, die atemberaubende Dynamik São Paulos, das undurchdringliche Grün Amazoniens, die europäische Tradition des Südens - und überall das strahlende Lächeln seiner Menschen. Brasilien ist ein Land der Superlative und der großen Kontraste. Brasilien überwältigt durch die überschwängliche Natur, die Schönheit der Menschen, die Mischung der Kulturen und die Ekstase des Karnevals. Arm und Reich liegen hier ebenso dicht beieinander wie intakte Natur und Agro-Business.
„Der erste Eindruck von diesem Lande ist der einer verwirrenden Üppigkeit.... Hier hat die Natur in einer einmaligen Laune von Verschwendung alles auf einen Raum gedrückt, was sie sonst auf mehrere Länder verteilt“, schrieb der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig vor rund 70 Jahren in seinem Buch „Brasilien, Land der Zukunft“. Brasilien hat alles im Überfluss.
So viel Fläche, dass ganz Europa beinahe hineinpasst, rund 8000 km Küste, das größte Regenwaldgebiet, den längsten Fluss der Erde, stellenweise so viele Tier- und Pflanzenarten auf einem Hektar wie in ganz Europa zusammen, zwei der größten Städte der Welt, über 190 Mio. Menschen mit Hautfarben in allen Tönen, unterschiedlichster Herkunft und Kultur: Portugiesen, Spanier, Deutsche, Italiener, Litauer, Polen, Syrer, Libanesen, Japaner, Koreaner und vor allem Afrikaner, die als Sklaven über drei Jahrhunderte lang ins Land gebracht wurden. Den Ureinwohnern, den Indianern, blieben nur noch wenige abgelegene Gebiete, die ihnen von armen Siedlern und Goldsuchern streitig gemacht werden.
Brasilien. Ein Land der Zukunft: Noch immer aktuell ist Stefan Zweigs 1941 erschienene Liebeserklärung an das Land, in dem er das letzte Jahr seines Lebens verbracht hat.
Brasilien, Brasilien: Das epische Werk (1984) des bahianischen Autors João Ubaldo Ribeiro schildert plastisch die brasilianischer Geschichte.
Die Herren des Strandes: Keiner hat die Menschen Bahias so treffend beschrieben wie Jorge Amado in über 20 Romanen. Dieser (1937) erzählt vom harten Leben der Straßenkinder.
Moro no Brasil/Brasileirinho: Zum Einstieg eignen sich gut diese beiden musikalischen Roadmovies des finnischen Filmemachers Mika Kaurismäki: das erste eine brasilianische Reise von Rio in den Nordosten (2002), das zweite ein Film über Chorinho-Musik (2006).
Cidade de Deus/Cidade dos Homens: In den Filmen (beide 2002) von Fernando Meirelles geht es um den Alltag Jugendlicher in den Favelas und Vorstädten von Rio de Janeiro zwischen Familie, Freunden, Drogendealern und der Polizei.
Central do Brasil: Brasilien abseits der Strände, ohne Glanz und Glamour, zeigt dieser Film von Walter Salles (mit Fernanda Montenegro in der Hauptrolle), der eine Oscar-Nominierung und den Goldenen Bären bei der Berlinale 1998 erhielt.
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