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Reiseführer Seychellen:

Die Inseln des Aldabra-Atolls befinden sich - weit außerhalb des Mahé-Plateaus - auf einem unterseeischen, etwa 1000 m tief gelegenen Basaltfundament, das sich vor etwa 80000 Jahren, vermutlich durch die Eruption eines Vulkans, emporwölbte - und bis auf die Kraterränder wieder versank.

Zum Atoll zählen 14 Inseln mit nur 20 Bewohnern: Grande Terre, Île Dubois, Îles aux Cèdres, Îlot Emile, Île Esprit, Îlot Lanier, Îlot Magnan, Île Moustiques, Îlot Parc, Île Michel, Malabar, Picard, Polymnie und Îlot Yangue.

Die größten Inseln sind Grande Terre und Malabar; insgesamt umfasst die Aldabra-Gruppe eine Landfläche von knapp 154 km². Ganz Mahé würde in die Lagune passen. Legt man die Gesamtfläche von Land und Lagune zu Grunde, ist das Aldabra-Atoll mit 365 km² das größte der Erde.

Kaum zu glauben und doch wahr: Wäre es nach dem Willen einiger britischer Strategen gegangen, gäbe es heute im Aldabra-Atoll einen militärischen Stützpunkt. Der Dank, dass es so weit nicht gekommen ist, gebührt der Labour-Regierung, die sich im Jahre 1971 dafür starkmachte, jegliche Militärpräsenz östlich des Suez-Kanals aufzugeben. So ging dieser Kelch an dem Atoll vorüber.

Die Abgeschiedenheit des Atolls ist wohl der wichtigste Grund dafür, dass die einzigartige Flora und Fauna erhalten blieb. Entdeckt wurde Aldabra vermutlich schon im 9. Jh. von arabischen Seefahrern, worauf auch der Name „alkhadra“ (die Grüne) hindeutet. Später dann, um 1502, war der Weltumsegler Vasco da Gama einige Tage auf dem Aldabra-Atoll zu Gast. Offiziell wurde Aldabra in der jüngeren Geschichte erstmals 1742 von Lazare Picault gesichtet. Danach wurde die Insel zwar hin und wieder von vorbeifahrenden Schiffen besucht, doch die Landung war schwierig, das Gelände unwirtlich, und es gab kein Süßwasser. Potenzielle Siedler zogen nach kurzer Zeit wieder ab. Lediglich einige Chinesen ließen sich zu Anfang des 20. Jhs. nieder, um hier aus Seegurken die Fasern zu gewinnen, die man in Fernost als Delikatesse schätzte. Man holzte zudem Teile des Mangrovenwaldes ab und tötete Unmengen von Land- und Meeresschildkröten - zum Verzehr und zur Gewinnung einer Gallertmasse, die als Grundstoff für Schildkrötensuppe diente.

Das Aldabra-Atoll gilt als die Heimat der Riesenschildkröte. Zu Beginn des 20. Jhs. stand sie kurz vor der Ausrottung. Tausende Schildkröten landeten in den Suppentöpfen exaltierter Feinschmecker in der ganzen Welt. Der Naturforscher Charles Darwin war der erste, der auf die Gefahr der Ausrottung hinwies; er sah die Tiere als lebende Zeugen einer längst vergangenen Epoche der Erdgeschichte. 200 Mio. Jahre sollen sie überstanden haben, ohne ihr Erscheinungsbild wesentlich verändert zu haben.

Heute stehen die Riesenschildkröten unter strengem Naturschutz. Seither erholt sich der Bestand wieder. Auf dem ganzen Atoll leben jetzt schon wieder fast 150000 Schildkröten. Nur als zeitweilige Gäste kommen dazu einige Seeschildkrötenarten hierher, und zwar nur, um von Dezember bis März ihre Eier hier im Muschelsand zu vergraben. Schildkröten sind Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Pflanzen und Gräsern.

Die Tatsache, dass das gesamte Aldabra-Atoll auch unter dem Schutz der Unesco steht, bringt es mit sich, dass ein Landgang nicht ohne weiteres möglich ist. Man benötigt dazu eine Sondererlaubnis. Diese ist inbegriffen, wenn man sich einer organisierten Expedition, etwa mit der „Indian Ocean Explorer“ (www.diveseychelles.com.sc), anschließt. Erkundigen Sie sich ansonsten im Touristenbüro im Independence House in Victoria auf Mahé nach den aktuellen Regelungen. Da es (noch) keinerlei touristische Einrichtungen gibt, muss man entweder auf dem Boot, mit dem man angereist ist, übernachten oder die Weiterreise am selben Tag antreten. Die Fahrt mit der „Indian Ocean Explorer“ kostet pro Person ca. US$ 325 am Tag, der Charterflug nach Assumption US$ 1000.

Erhalten Sie die Genehmigung, die Inseln im Atoll zu betreten, treffen Sie auf eine vielfältige Natur: Mehr als 270 verschiedene Pflanzen gibt es hier, davon sind etwa zwei Dutzend endemisch, das heißt, sie gibt es nur hier. Bemerkenswert sind einige botanische Besonderheiten wie die Aldabra-Lilie oder der Aldabra-Schraubenbaum. Man muss allerdings dafür schon etwas genauer hinsehen, denn auf den ersten Blick erscheint die Flora wenig spektakulär und auf Mangroven, Kokosnusspalmen und Buschwerk beschränkt. Artenreicher ist die Fauna, darunter Dutzende Vogelarten, unter ihnen die Weißkehlralle, der letzte flugunfähige Vogel des Indischen Ozeans, oder der Aldabra-Drongo, ein Singvogel. Auch er ist nur noch auf dem Aldabra-Atoll anzutreffen. Wegen der Vielfalt seiner zum Teil endemischen tierischen Bewohner wurde das Aldabra-Atoll von den Vereinten Nationen bereits 1983 zum Weltnaturerbe erklärt.

Ungewöhnlich ist die großflächige Lagune, die durch vier Öffnungen aus dem Meer gespeist wird und einen Tidenhub von bis zu 3 m aufweist. Bei Ebbe liegt die Lagune fast trocken. Dann fallen die seltsam und bizarr geformten Pilzinseln besonders ins Auge: Es sind Kalksteinplatten, die durch die Erosion an ihrer Unterseite ausgewaschen sind.


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Re: Seychellen-Newbie

Wir waren im Oktober 2007 auf den Seychellen. Wetter war zu dieser Jahreszeit wirklich super ...

Wellenreiter1973, 11.12.08, 13:09

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Florina, 03.12.08, 13:08

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