Mit dem Desert Express können Sie von Windhoek, mit dem Rovos Rail von Südafrika aus bequem und komfortabel nach Swakopmund reisen. Und mit dem Shongololo geht es kreuz und quer durch Namibia.
In der betulich wilhelminischen Architektur des Bahnhofs von Windhoek wirkt der Desert Express (www.desertexpress.com.na | ab 235 Euro ohne Getränke) ein wenig futuristisch. Und auch der Rhythmus an Bord des modernen Komfortzugs mit seinen klimatisierten Abteilen hat keine Ähnlichkeit zum Tempo jener Zeiten, als Ochsenkarren länger als drei Wochen für die Reise zwischen Windhoek und Swakopmund benötigten. Heute dauert die Fahrt auf Schienen 24 Stunden, deren kurzweilige Gestaltung beispielsweise in der eleganten Bar beginnen kann. Allerdings lassen auch andere Abwechslungen in Form von Ausflügen nicht lange auf sich warten, sodass man bereits am Spätnachmittag auf der Oropoko Farm eine Pirschfahrt mit anschließendem sundowner genießt. Hinter den Eisenbahnfans liegt bis dahin eine Fahrt durch halbaride Savannenlandschaften. Rote und goldfarbene Dünen kündeten Bergketten in ockerfarbener Pracht an. In den Strahlen der Sonne vermeinte man die reichen Mineralienvorkommen der Region an Rosenquarzen, Tigeraugen, Lapislazuli, Marmor und auch Gold aufblinken zu sehen.
Bei der Rückkehr von der Safari in den Zug ist trotz der nun herrschenden Dunkelheit ein Ende des Tags noch nicht absehbar - die leckeren Gerüche aus dem Speisewagen des Desert Express erklären, warum. Es hat etwas vom Flair ungeahnter Lebensqualität, dieses Genießen typisch-namibischer Köstlichkeiten, während der Zug sich seinen Weg durch das Wüstenland bahnt. Eine Auswahl guter Weine und Spirituosen lässt die Imaginationen noch bis spät in die Nacht schweifen, bis sie sich am nächsten Morgen auf dem Scheitelpunkt einer Düne wiederfinden. Mit Aussichten auf die endlose Landschaft der ältesten Wüste der Welt, der Namib, und Swakopmund, das sich am Ufer des Atlantischen Ozeans in seiner pittoresken Wirklichkeit aus dem Morgennebel erhebt.
Swakopmund ist auch das Ziel des Rovos Rail (www.rovos.com | ab 2500 Euro, Getränke inklusive), allerdings ist der Luxuszug dann schon seit fünf Tagen unterwegs. Die Tour war in Pretoria gestartet, das im neu-südafrikanischen Sprachgebrauch zu „Tshwane“ umbenannt ist. So vehement sich also das wirkliche Leben verändert, so zeitlos sind die Momente an Bord dieses einzigartigen Nostalgiezugs. Schon beim Einsteigen scheint man sich in eine Zeitmaschine zu begeben, die in die goldenen Roaring Twenties (ver)führt: Sind die Rovos Rails doch akribisch renovierte Originale der ersten Züge, die überhaupt im südlichen Afrika verkehrten. Entsprechend den Ansprüchen im Überfluss Reisender zu Beginn des 20. Jhs. sind die Compartements, der Speise- und der Barwagen Luxusoasen mit ausladenden, richtigen Betten, mit Bädern, großen Tischen und bequemen Sesseln.
Die täglichen Ausflüge in das Umland der Route entführen nicht wirklich aus dieser Art des Lifestyles, denn obschon man sich, wie alle Schienenreisenden, entlang des gleichen Verlaufs der Strecke bewegt, erleben die Gäste des Rovos Rail die andere, exklusive Ausprägungen des jeweiligen Ziels.
Wie das zu verstehen ist, wird über den Erlebnissen im Enfant terrible namibischer Choo-Choos deutlich. Insider wissen nun bereits, dass es sich nur um den Shongololo (Kiswaheli: Tausendfüßler) handeln kann - und damit um Zugreisen, die auch durch ganz Namibia führen (ab 2100 Euro). Im Shongo geht es unkonventionell und fröhlich zu. Tagsüber ist man zu Exkursionen unterwegs, beim Zurückkommen wartet stets ein mehrgängiges Dinner mit typisch afrikanischen Gerichten auf die Shongos, und nicht selten enden die Abende im Bar-Waggon - wenn man nicht ohnehin auf jene Gäste wartet, denen die Option gerade recht kam, das jeweilige Kultur- und Nachtleben in einer nahe gelegenen Stadt zu erkunden. Dies ist in Namibia nicht häufig der Fall, doch startet der Shongololo in Kapstadt und führt von dort im Zickzack bis hoch in den Norden Namibias.
Wer nun glaubt, dass es sich bei den Shongololo-Fans um eine ausschließlich junge Klientel handelt, wird sich angesichts der Fotos auf der Website www.shongololo.com vom Gegenteil überzeugen können.
Weitere Informationen und Buchungen: Albatros Urlaub | Westendstraße 71 | 60325 Frankfurt/Main | Tel. 069/97609477 | Fax 289972 | www.albatros-urlaub.com
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